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In unseren Produkten steckt viel Energie. Und das im wörtlichen Sinn, denn in der Produktion benötigen Erwärmen und Kühlen, Pumpen und Homogenisieren viel Energie. Hinzu kommen Transporte und Lagerung bei unseren Lieferanten, bei uns und bei unseren Kunden. Diese Energie wird zu einem gewichtigen Teil aus fossilen Energieträgern gewonnen. 2016 verursachten die von Emmi verbrauchten Energieträger 114 486 Tonnen CO2.

Wenn wir über unsere CO2-Emissionen sprechen, dann möchten wir das transparent, nachvollziehbar und aussagekräftig machen. Aus diesem Grund orientieren wir uns an den gängigen Praktiken des sogenannten «Carbon Accounting». Experten unterscheiden bei den CO2-Emissionen eines Unternehmens zwischen drei Emissionsbereichen; den sogenannten «Scopes» (dt. Umfang). Dies dient dem systematischen Erfassen von Treibhausgasemissionen.

Im «Scope 1» werden die direkt von einem Unternehmen ausgestossenen Emissionen erfasst. Bei Emmi sind dies klassischerweise CO2-Emissionen, die durch den Verbrauch fossiler Energieträger entstehen:

  • Erdgas- und Erdöl für die Prozesswärme, die wir benötigen
  • Diesel, den unsere Lastwagen verbrauchen
  • Treibhausgaswirksame Kältemittel

Im «Scope 2» sind die indirekt von einem Unternehmen verursachten Emissionen zu finden.

  • Emissionen, die bei der Produktion von Strom, Fernwärme oder Dampf entstehen, den wir für unsere Betriebe einkaufen. Beispielsweise, wenn aus Kohle Strom produziert wird. Strom ist aus Umweltsicht nicht gleich Strom und immer nur so sauber, wie der Energieträger, der für die Stromproduktion eingesetzt wird.

Im «Scope 3» wird der Blickwinkel noch weiter geöffnet. Er umfasst alle vor- und nachgelagerten Emissionen. Bei einem Nahrungsmittelunternehmen schlagen da vor allem die Emissionen im Zusammenhang mit den Rohstoffen, Maschinen und ähnlichem zu Buche:

  • Die Treibhausgasemissionen, die beim Anbau resp. der Produktion landwirtschaftlicher Rohstoffe (Milch, Zucker, Früchte, Kaffee, Kakao) entstehen.
  • Die Treibhausgase, die hinter der Herstellung resp. der Entsorgung von Verpackungen für unsere Produkte stecken.
  • Emissionen aus der Herstellung von Produktionsanlagen, Lastwagen und ähnlichem.
  • Emissionen aus Transporten, die wir nicht selber ausführen. Dazu gehören nebst alle den Materialtransporten auch die Geschäftsreisen mit dem Flugzeug und der Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden.

 

Unsere CO2-Bilanz

2018 verursachten die von Emmi (direkt und indirekt) verbrauchten Energieträger 114 486 Tonnen CO2.

60 % davon stammt aus Brennstoffen, die wir in unseren Produktionsbetrieben einsetzen (hauptsächlich Erdgas und Erdöl). 25 % der CO2-Emissionen sind auf den Strom, den wir verbrauchen, zurückzuführen, knapp 10 % werden durch Transporte verursacht und mit 5 % sind auch die zur Kühlung von Lagerräumen eingesetzten Kältemittel (z.B. Freon) eine relevante Quelle von CO2-Emissionen.

Energieverbrauch reduzieren steht über allem

Wir bei Emmi haben in den letzten zwei Jahrzehnten viel unternommen, um den Energieverbrauch in unseren Produktionsbetrieben zu reduzieren. Am weitesten fortgeschritten sind wir in unserem Heimmarkt Schweiz. Dies hängt vor allem mit der vergleichsweise strengen Klimapolitik der Schweiz und insbesondere mit der seit 2008 erhobenen Lenkungsabgabe auf fossilen Energieträgern zusammen. Dadurch erhält ein Unternehmen finanzielle Anreize, in den Klimaschutz zu investieren.

Die Erfahrungen, die wir in der Schweiz sammeln konnten, möchten wir in den nächsten Jahren in unsere ausländischen Produktionsstätten tragen. Dabei verfolgen wir den Ansatz, zuerst den Energieverbrauch zu reduzieren und danach den Einsatz alternativer Energieträger zu prüfen. Mit systematischen Energieanalysen lässt sich nicht nur Energie, sondern auch Geld sparen.

Mit diesem Ansatz werden wir im «Scope 1» mittelfristig wesentliche CO2-Reduktionen erwirken.

 

Lokale Gegebenheiten

Ist der Energieverbrauch eines Betriebs nach sorgfältiger Aufwand-Ertrags-Analyse und entsprechender Umsetzung der Massnahmen optimiert, kommt die Ablösung der verbleibenden fossilen Energieträger in den Fokus. Da in diesem Bereich vor allem grosse bauliche Massnahmen Früchte tragen, ist der Bedarf an Zeit und Geld sehr hoch. Hinzu kommt, dass der Einsatz alternativer Energieträger (Solaranlagen, Biomasse, Geothermie usw.) den jeweiligen Gegebenheiten wie Geografie, Klima, aber auch Politik angepasst werden muss. Spätestens 2050 möchten wir aber sämtliche Produktionsbetriebe komplett mit erneuerbarer Energie versorgen.

Hingegen ist die Reduktion der CO2-Emissionen des eingekauften Stroms in der Schweiz und vielen europäischen Ländern vor allem eine finanzielle Angelegenheit. In anderen Weltgegenden jedoch sind die Strommärkte oft noch weniger fortschrittlich. Der Fokus liegt dort noch auf einer kurzfristig verlässlichen und ausreichenden Stromversorgung. Doch auch dort, wo Nachhaltigkeit «nur» eine Geldfrage ist, gibt es Grenzen. Die zentrale Aufgabe eines Unternehmens – die betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit, das langfristige Bestehen – kann nicht ignoriert werden.

Deshalb erachten wir eine Reduktion unseres CO2-Ausstosses «in den Scopes 1 und 2» um 25 % bis 2020 als sinnvolle – weil ambitionierte, aber dennoch realistische – Zielsetzung.

 

Und was geht im «Scope 3»?

Der Blick auf die CO2-Emissionen im «Scope 3» ist bei einem Nahrungsmittelunternehmen absolut gerechtfertigt. In unseren ersten, sehr groben Schätzungen gehen wir momentan von ungefähr 2 400 000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen in unserem «Scope 3» aus. Das ist das Siebzehnfache unserer Emissionen in den «Scopes 1 und 2».

Der grösste Teil dieser Emissionen (ungefähr 90 %) wird in der Milchproduktion verursacht. Dahinter steht nach unserem Verständnis ein im Kern natürlicher Kohlenstoffkreislauf: Wenn Gras wächst, bindet es den Kohlenstoff (C) aus dem Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Luft. Die Kuh, die das Gras frisst, stösst Methan (CH4) aus. Die Krux ist, dass das Methan viel klimawirksamer ist als das CO2. Im Gegenzug muss beachtet werden, dass wir dank der Milchviehhaltung aus dem für uns Menschen unverwertbaren Gras ein nährstoffreiches Nahrungsmittel generieren können. Eine extensive, raufutterbasierte Milchproduktion ist aus unserer Sicht deshalb grundsätzlich sinnvoll. Als milchverarbeitendes Unternehmen wollen wir den Weg dorthin unterstützen.

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