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Hand aufs Herz: Auch bei uns gibt es Food Waste. In unseren Schweizer Produktionsbetrieben weniger als in den ausländischen, aber Luft nach oben gibt es überall. Ihn zu reduzieren, ist dort vergleichsweise einfach, wo es sich finanziell lohnt. Schwieriger ist es dann, wenn wir Lebensmittel entsorgen, weil es die einfachste und günstigste Lösung ist. Deshalb gehen wir das Thema Produktverluste von der Basis her an.

Alle unsere Schweizer Produktionsbetriebe verfügen über ein professionelles, ISO-14001-konformes Abfallmanagement. Damit konnten wir die Abfallmenge in den letzten zehn Jahren mehr als halbieren. Mit diesem Erfahrungsschatz gehen wir in unsere ausländischen Betriebe und helfen – im Rahmen des Optimierungsprogramms Emmi Operational Excellence (EOE) –, ihre Abfallmengen zu reduzieren. Gerade wenn wir von Nahrungsmittelverlusten in der Produktion sprechen, lohnen sich entsprechende Anstrengungen oft aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Denn Lebensmittel, die in der Produktion verloren gehen, mussten zuvor ja – mit den entsprechenden Umweltauswirkungen – produziert, eingekauft und anschliessend noch «entsorgt» werden.

Wir sind deshalb überzeugt, in den nächsten Jahren den Food Waste in all unseren Betrieben massiv reduzieren zu können.

 

Wann wird aus Food Waste

Studien besagen, dass in Industrieländern 30 % des Food Waste in der Verarbeitung entstehen. Wir waren überzeugt, dass dies auf unsere Schweizer Produktionsbetriebe nicht zutrifft, wollten es aber genau wissen. Ein erster Blick auf unsere Abfallstatistiken zeigte, dass wir Food Waste bei uns selten in der Mülltonne suchen müssen. Und doch haben wir eine mengenmässige Differenz zwischen Input – also der Milch – und Output – den Produkten, die wir verkaufen – entdeckt. Wo ist die Milch, die wir zwar einkaufen, aber nicht verkaufen?

Ein erstes Pilotprojekt – durchgeführt im Rahmen einer studentischen Master-Arbeit – hat gezeigt, dass es zwei grosse Themen gibt:

  • Einerseits fallen in der Milchverarbeitung Nebenprodukte an, die zwar für den menschlichen Verzehr geeignet wären, deren Vermarktung sich aber nicht lohnt. Konkret sind das Molke und Buttermilch, zwei hochwertige Milchprodukte, die jedoch von Schweizer Konsumenten kaum nachgefragt werden. Aktuell werden diese Nebenprodukte ins benachbarte Ausland exportiert oder wir geben sie in die Tierfütterung. Ersteres ist ökologisch wenig sinnvoll, Letzteres zählt gemäss der offiziellen Definition als Food Waste, weil es nicht dem menschlichen Verzehr zugeführt wird. Dieser Definition schliessen wir uns an, denn Molke und Buttermilch sind kein nachhaltiges Tierfutter, zu aufwändig ist die Produktion. Andere, pflanzliche Protein- und Vitaminquellen machen hier mehr Sinn. Wir möchten Raum schaffen für alternative, nachhaltigere Ideen.
  • Andererseits finden wir fast die Hälfte des Food Waste unserer Betriebe im Abwasser. Dies hat vor allem prozesstechnische Gründe, beispielsweise die Reinigung von Maschinen und Leitungen. Hier haben wir das Ziel, möglichst viel der Milch- und Produktreste zurückzugewinnen und nachhaltige Anschlusslösungen zu finden.

 

Auf einer gesicherten Grundlage argumentieren

Nur was man messen kann, kann man steuern. Deshalb arbeiten wir derzeit an einer verlässlichen Datenbasis zu Food Waste in unseren Betrieben. Auf der Basis des international anerkannten Food Loss and Waste Accounting and Reporting Standard (FLW) bauen wir derzeit in unseren Schweizer Betrieben ein Food-Waste-Monitoring auf und können so erstmals eine konkrete Mengenangabe zu Food Waste zu machen.

Auf dieser Basis werden wir systematisch Massnahmen zur Bekämpfung von Nahrungsmittelverlusten in der Produktion angehen können.

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