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Lebensmittelverpackungen müssen ganz schön viele Aufgaben erfüllen. Ihre Entwicklung ist deshalb ein komplexer Prozess, der bei uns viele Leute auf Trab hält. Und leider ist es selten möglich, alle Ansprüche gleichermassen zu befriedigen. Weil die Verpackung nur einen geringen Einfluss auf die gesamten Umweltauswirkungen eines Lebensmittels hat, hat bei uns der Produktschutz Vorrang.

Becher, Gläser, Schalen, Flaschen – sie alle schützen Lebensmittel. Doch darüber hinaus müssen sie auch noch funktional sein, das heisst: einfach zu füllen, stapelbar, stabil, dicht, wiederverschliessbar, handlich, günstig, umweltschonend und – einzigartig und schön anzuschauen.

 

Produktschutz geht vor

Alle Ansprüche gleichermassen zu befriedigen, ist mit keiner Verpackung möglich. Vor allem stehen sich ein starker Produktschutz und ein niedriger Materialverbrauch – und somit eine geringe Umweltbelastung – oft gegenseitig im Weg.

Wir haben jedoch entschieden, bei diesem Zielkonflikt den Schutz des Produkts zu priorisieren. Und dies aus folgendem Grund: Studien belegen, dass Verpackung lediglich 1 % der durch Umweltbelastung durch Nahrungsmittel verursacht. Die Produktion der Milch im Jogurt belastet somit die Umwelt stärker als die Verpackung. Deshalb macht es auch aus ökologischer Sicht Sinn, Priorität auf den Produktschutz zu legen.

Können zwei Verpackungen den gleich guten Produktschutz gewähren, bevorzugen wir die materialsparende Variante. Weitere Kriterien sind die Rezyklierbarkeit und Ökobilanz. So schneidet unter den Kunststoffen Polystyrol (PS) klar schlechter ab als PVC, PET, PE und PP.

 

Gute Eigenschaften kombinieren

Eine ausführliche Analyse des schweizerischen Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) beurteilt die Nachhaltigkeit verschiedener Verpackungen für die gängigsten Lebensmittel. Die Erkenntnisse mögen manch einen Laien überraschen. So liegt beim Jogurt der K3®-Becher zusammen mit braunem Mehrwegglas an der Spitze. Der in der Schweiz für Bio- und viele Markenjogurts eingesetzte, dünne PS-Becher mit Kartonumschlag und einem Deckel aus Aluminium oder Polypropylen kombiniert die guten Eigenschaften verschiedener Materialien. Er ist trotz Kunststoff einem transparenten Jogurtglas oder dem PET-Becher vorzuziehen.

 

Fast perfekt: Getränkekartons

Unter den Milchverpackungen nehmen die mit einem Kunststoffdeckel wiederverschliessbaren Getränkekartons aus Verbundmaterial eine Spitzenposition der Nachhaltigkeitsrangliste ein. Einzig braune Mehrwegflaschen – sofern sie denn auch rezykliert werden – wären noch vorzuziehen. Aus der Schweizer Perspektive haben Getränkekartons nur einen Makel: Es existiert noch keine flächendeckende Sammlung. Das Problem ist die fehlende Finanzierung. Ein verursachergerechtes Finanzierungssystem, wie es sich in der Schweiz auch bei anderen Verpackungen bewährt hat, könnte Abhilfe schaffen.

Aus unserer Sicht wäre die Wiederverwertung von Getränkekartons nachhaltig. Insbesondere in der Schweiz, wo schon eine Verwertungsmöglichkeit besteht und das Material für die Aufbereitung nicht über die Landesgrenzen hinaus transportiert werden muss. Wir bei Emmi würden es deshalb begrüssen, wenn diese weit verbreitete und sinnvolle Verpackung gesammelt und rezykliert würde. Und gemäss einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK würden auch 9 von 10 Leuten beim Getränkekarton-Recycling mitmachen.

 

Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit von verschiedenen Verpackungen:
FiBL: Best Practice Verpackungsbeispiele für Bio Suisse Produkte

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Wir haben uns zum Ziel gesetzt bis 2020 unseren Abfall um 20%  zu reduzieren. Ein wichtiges Thema ist auch die Förderung von Recyclingsystemen.

Bendicht Zaugg, Leiter Verpackungsentwicklung Molkereiprodukte, Emmen, Schweiz
Bendicht Zaugg,

Leiter Verpackungsentwicklung Molkereiprodukte, Emmen, Schweiz

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